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Interview mit dem Cover-Designer

Elvira Stein

Elvira Stein treffe ich an einen sonnigen Spätsommervormittag zum Gespräch über sie selbst, ihre Arbeiten, LE COOL und die Stadt Wien.

Beschreib uns zu Anfang deinen Werdegang…

Ich habe Informations-Design studiert, das prägt nach wie vor meinen Zugang zu Grafik. Es geht mir immer darum, Dinge zu vermitteln und nicht nur dekorativ zu arbeiten. Durch ein Praktikum bei der Süddeutschen Zeitung habe ich mich in Richtung Illustration entwickelt und betreibe seitdem beides. 2006 habe ich begonnen, das Bildertagebuch „The Mistress“ zu illustrieren, das sehr persönlich ist und in Schwarzweiß-Zeichnungen alltägliche Situationen aufgreift und nachzeichnet. Davon ausgehend hat sich Illustration immer stärker mit meiner Arbeit verknüpft. Ich hatte auf einmal die Gelegenheit, Dinge zu tun, bei denen ich beides zusammenbringen kann. An diesem Punkt stehe ich nun und möchte das weiter voranbringen.

Was ist charakteristisch für deine Zeichnungen, wie lässt sich dein Stil beschreiben?

Ich bin wie viele Leute davon ausgegangen, nicht zeichnen zu können. Irgendwann habe ich – neben dem Erstellen von Vektorgrafiken – angefangen, Illustrationen von Hand zu erstellen. Ich zeichne hauptsächlich mit Tusche und Feder, was sehr wenige Leute machen. Für mich ist es jedoch das perfekte Ausdrucksmittel, weil es mit seiner Imperfektion, den Flecken und unregelmäßigen Strichstärken mir entspricht. Ich verwende mittlerweile auch andere Techniken, komme aber immer wieder zur Tusche zurück, als etwas, was für mich das unmittelbarste Ausdrucksmittel ist. Es ist mir sehr wichtig, Dinge mit der Hand zu tun. Ich mag Dinge, die etwas verquer, nicht ganz so lieblich sind.

Illustration ist für mich die Abbildung eines Ausschnitts aus der Wirklichkeit und der Versuch, dem noch einen zusätzlichen Dreh zu geben. Illustration ist immer Abstraktion – was durch die Verschiebungen, Vereinfachungen, Lücken und Leerstellen entsteht, ist das, was mich eigentlich interessiert.

Kommen wir zu deinen zwei Arbeiten, die die Cover der beiden kommenden LE COOL Ausgaben schmücken werden.

Beide Zeichnungen sind speziell für LE COOL entstanden. In das erste Bild habe ich meine Sehnsucht nach dem Maritimen, dem Meer, dem Wasser verpackt. Zudem sollte zum Ausdruck kommen, wie ich in Wien gelandet bin – dass ich hier gestrandet bin. Das kann man von zwei Seiten sehen: Ich bin ein bisschen unwillkürlich hier geblieben, aber vor Anker liegen und das Leben erkunden hat auch etwas sehr Gutes.

Vorhin hast du gesagt, dass du in Wien gestrandet bist. Beeinflusst die Stadt deine Arbeit?

Ganz sicher sogar. Städte waren für mich immer ein großes Thema. Meine Sehnsuchtsstadt ist Hamburg, ich bin aber zum Arbeiten in Wien gelandet. Da wir mit dem Hafenjungen ein Lokal mit Hamburg-Bezug haben, werden wir immer wieder mit dem Städtethema konfrontiert. Das fließt auch in meine Arbeit ein.

Ich habe einige Zeit damit gehadert, in Wien zu sein, weil es nicht unbedingt der Ort war, an dem ich sein wollte und die Stadt auch immer bot, wonach ich suchte. Irgendwann habe ich beschlossen, Dinge, die mir fehlen, selbst zu machen. Sobald man die Initiative ergreift und selbst etwas schafft, wird man auch zum Teil der Stadt. Wien ist meine Spielwiese.

Danke! / Sarah

Den zweiten Teil des Interviews findet ihr in der nächsten Ausgabe

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